Hackintosh – Das Experiment geht weiter!

Rückblick

Ich arbeite jetzt seit über einem Jahr mit meinem “ei(genbau)Mac” und bin immer noch ganz begeistert von dem Gerät. Zumal ich inzwischen auch Original und Nachbau direkt vergleichen kann, denn ich nutze derzeit beruflich zusätzlich ein MacBook Pro. Der größte Unterschied zwischen den Beiden ist wohl das Retina Display. Die Darstellungsqualität auf dem MacBook ist einfach grandios. Ansonsten kann mein ei^Mac in (fast) allen Belangen mithalten. Zumal ich ich ja, wie im ersten Artikel angekündigt, den Rechner inzwischen auf Mac OS X 10.10.5 aka Yosimete aktualisiert habe. Wobei “aktualisiert” ist hier der falsche Ausdruck, denn ich habe das System noch einmal komplett neu aufgesetzt. Allerdings nicht direkt mit 10.10.5 sondern 10.10.3, das 4er und 5er Update kamen später.

Das Update

Nötig gewesen wäre die Neuinstallation sicher nicht, aber ich wollte einfach sicher stellen, dass meiner funktionierenden Mavericks-Installation nichts zustößt. Also habe ich alle Platten bis auf eine SSD abgeklemmt und das Betriebssystem darauf neu installiert. Zudem habe ich, wie angekündigt, den Bootloader noch von Chimera auf Clover umgestellt und mich im nachhinein gefragt, warum ich das nicht direkt von Anfang an getan habe, aber der Reihe nach.

1. Versuch

Einen ersten Versuch des Updates habe ich bereits relativ früh nach dem Bau des Rechners gestartet, als auf tonymacx86.com die Updates von Unibeast und Multibeast für Yosimete erschienen. Diese Installation hat sich dann aber alles andere als komfortabel gestaltet. Der erste Versuch von dem Installationsmedium zu booten endete direkt in einer Kernel-Panic. Erst durch das setzten diverser Bootparameter (cpus=1 npci=0x2000 dart=0 darkwake=0 kext-dev-mode=1) konnte ich in das Installationsmedium booten und das System installieren. Die Installation an sich funktionierte soweit gut und das System lies sich nach der Installation auch mit allen Prozessoren starten und soweit einrichten. Als ich nach der Installation die zusätzlichen Platten wieder aktivierte, bekam ich aber Probleme mit dem Bootloader der alten Installation. Der Bootloader auf der Platte mit OS X 10.9.5 konnte die Yosimete-Installation nicht booten und beim Starten von der Yosimete Partition ging erst einmal gar nichts mehr. Irgendetwas war da schief gegangen, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt  weder die Lust noch die Zeit mich intensiver damit auseinander zu setzen. Also brach ich das Upgrade an dieser Stelle erst einmal wieder ab.

2. Versuch (etwa ein halbes Jahr später)

Durch diverse Ablenkungen bin ich erst mehr als ein halbes Jahr später wieder dazu gekommen mich erneut mit dem Update auseinander zu setzten. Die aktuelle OS X Version war da schon 10.10.3. Um Problemen mit dem Bootloader aus dem Weg zu gehen, habe ich ich dann direkt per Clover installiert, denn inzwischen gab es auch eine perfekte Anleitung auf tonymacx86. Dieser Anleitung folgend war die Installation ein Kinderspiel. Alles hat sofort “out of the Box” funktioniert. Einzig der Installationsprozess des Betriebssystems hat mich zuerst aufs Glatteis geführt, so dass ich dachte es funktioniere nicht. Das System zeigte bei mir beim Vorbereiten der Installation eine Dauer von ca. 8 Minuten an – dieser Timer lief auch runter, aber nach Ablauf passierte dann einfach nichts weiter. Wie sich gezeigt hat, ist an dieser Stelle einfach etwas Geduld nötig, denn das System benötigte (bei mir) dann noch weitere 15/20 Minuten, bis der Rechner neu gestartet und die Installation fortgesetzt wurde. Ich war zweimal zu ungeduldig und habe vorher abgebrochen, weil ich dachte das System hätte sich aufgehängt, denn gemeinerweise ist während dieser Zeit auch (fast) keine Aktivität der Festplatten zu erkennen. Erst beim dritten Versuch, als ich mal etwas länger abgelenkt wurde, lief die Installation problemlos durch.

Ein wenig Finetunig

Clover bietet sehr viele Stellschrauben mit denen man sein System anpassen kann. Ich habe meinen eiMac beispielsweise jetzt als “iMac 14.2” konfiguriert, weil der Rechner von der Ausstattung her diesem System am nächsten kommt. Mit dem Tool “Clover Configurator” lässt sich der Bootloader sehr gut konfiguriert. Besonders Augenmerk habe ich dabei auf die System-ID und die Seriennummer meines Geräts gelegt. Es gibt im Internet einige Anleitungen die beschreiben wie die Seriennummer und die System-ID eines Mac aufgebaut sind, und was beim “Erstellen” einer solchen zu beachten ist. Das ist aber nur nötig, wenn man alle Dienste nutzen will. Ich habe im ersten Artikel geschrieben, das mir iMessage & Co nicht so wichtig sind und das ist auch immer noch soweit korrekt, aber nach einer gewissen Zeit der Nutzung des Geräts, hat es mich dann doch gewurmt, das machen Dinge nicht funktionieren. Darum habe ich mich hingesetzt und versucht so nah wie möglich ans Original heran zu kommen. Hier mal eine kurze Übersicht und die Ergebnisse meiner Bemühungen.

Was inzwischen funktioniert

  • iCloud (komplett)
  • Facetime (komplett)
  • iMessage (eingeschränkt)
  • iTunes (eingeschränkt)
  • AppStore (komplett)
  • Airdrop (komplett)
  • Continuity / Handoff (komplett)
  • Bluetooth (komplett – Apple Wireless Tastatur – sogar im BIOS/UEFI)

und was nicht oder nur eingeschränkt

  • iMessage
    Ich kann mich anmelden, aber der Versand und Empfang von Nachrichten funktioniert nur teilweise. Manchmal kommen Nachrichten bei mir an, und ich dann kann auch antworten. Meistens wird aber der Empfänger nicht gefunden oder die Nachricht kann nicht gesendet werden. Genau diese Probleme gibt es auch auf echten Macs, daher bin ich mir nicht sicher, ob dies etwas mit meinem Hackintosh zu tun hat. Ich bin hier auf Telegram umgestiegen, ein guter funktionierender Ersatz, den es auch noch für fast alle Plattformen gibt.
  • iTunes
    Per DRM geschützte Filme kann ich auf dem Hackintosh nicht schauen. iTunes verweigert hier entweder die Wiedergabe ganz, oder aber aus dem Film wird ein Hörspiel. Das ist ein bekanntes Problem, für das es so ohne weiteres wohl auch keine Lösung geben wird. Hier hilft nur ein echter Mac, oder aber “iTunes on Windows” aber nicht in einer VM ;-).

Neuanschaffungen

WLAN/Bluetooth

Für Airdrop sowie Continuity / Handoff war dann auch noch neue Hardware nötig. Ich hatte das Glück hier eine komplett montierte Karte zu finden. Leider scheint die so nicht mehr lieferbar zu sein. Damit Continuity funktioniert, dürfen LAN und WLAN aber nicht in dasselbe Netzwerk konfiguriert werden.  Meine FRITZ!Box macht aber genau dies. Mit dieser Konfiguration funktioniert das neue Feature von Apple aber nur, wenn beim Mac nur das WLAN aktiv ist. Daher musste ich auf der FRITZ!Box ein Gast-WLAN mit einem eigenen IP-Adressbereich einrichten und sowohl meinen Hackintosh, als auch mein iPad in dieses Netz konfigurieren. Damit hat dann Continuity sofort funktioniert. Wer also Probleme mit Continuity hat, sollte mal seine Routerkonfiguration prüfen. Update: Das hat sich im Nachhinein als Unsinn herausgestellt. Es funktioniert auch wenn beide Netzwerkkarten im selben LAN-Segment konfiguriert sind.  Continuity ist scheinbar grundsätzlich etwas zickig und funktioniert nicht immer fehlerfrei.

Facetime

Um Facetime nutzen zu können, muss der Rechner mit einer Webcam ausgestattet sein. Ich habe mich hier für ein einfaches Modell von Logitech entschieden, welches auch ohne spezielle Treiber unter Mac OS X funktioniert.

Sound & Co.

Ein weiterer Punkt auf der “Nervskala” war die integrierte Soundkarte. Ich hatte fast immer das Problem, dass die Karte nach dem Aufwachen aus dem Standby nicht mehr funktionierte. Erst nach einem Reboot konnte ich dem Gerät wieder Töne entlocken. Außerdem war ich mit der Qualität der Karte, insbesondere mit Kopfhörern, nicht zufrieden. Beides konnte ich aber durch das Verwenden einer externen USB-Soundkarte beheben. Auch muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr um Treiber für die Soundkarte machen. Damit muss ich eigentlich nur noch für die Netzwerkkarte einen speziellen Treiber installieren, den gibt es aber als Installationspaket.

Updates

Ansonsten brauche ich für meinen Rechner keinerlei spezielle Treiber mehr. Und genau aus diesem Grund sind auch die letzten beiden großen Updates direkt aus dem AppStore kein Problem gewesen. Natürlich habe ich jedesmal vorher eine Datensicherung gemacht, aber die sollte vor dem Einspielen größerer Patches und Updates sowieso erfolgen. Und seit Apple das TRIM Kommando auch für SSDs von Drittherstellern unterstützt, sind nach einem Update auf meinem Rechner keinerlei Anpassungen mehr erforderlich.

Fazit

Aktuell sind an meinem Rechner also keinerlei Baustellen mehr offen und ich arbeite wirkliche gerne und regelmäßig mit dem Gerät. Die nächste Herausforderung nähert sich aber schon mit großen Schritten. In Kürze wird Apple seine Weiterentwicklung von OS X mit dem Namen “El Capitan” veröffentlichen. Dann wird es wieder spannend:

  • Wird es möglich sein upzudaten?
  • Was wird funktionieren, was nicht? 

Ich werde das alles genau beobachten und wenn ich update, werde ich auch wieder darüber berichten.

M.@.G

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